Familienzusammenführung außerhalb Europas

Befinden sich Familienangehörige einer in Deutschland aufenthalts- und schutzberechtigten Person außerhalb Europas, kommt eine Familienzusammenführung in Deutschland nach Maßgabe des deutschen Aufenthaltsgesetzes (nachfolgend: AufenthG) in Betracht.

Mit den Regelungen zum Familiennachzug des AufenthG werden im Wesentlichen die europarechtlichen Vorgaben der sog. Familienzusammenführungsrichtlinie (nachfolgend: FamZ-RL) umgesetzt, weswegen es für die Auslegung der bestehenden Rechte, aber auch für die Argumentation gegenüber Behörden hilfreich sein kann, die Richtlinie heranzuziehen.

Weiterführende Erklärungen hinsichtlich der inhaltlichen Ausgestaltung der Regelungen des Familiennachzugs im AufenthG liefert zudem die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Aufenthaltsgesetz (nachfolgend: AVwV-AufenthG). Die darin enthaltenen Vorschriften gewähren den Betroffenen zwar keine unmittelbaren Rechte, da ihr Adressat die das AufenthG jeweils ausführende Behörde ist. Sie geben dennoch Hinweise, wie insbesondere Ermessenstatbestände durch die Behörden angewendet werden sollen und sind daher für die Beratungspraxis von erheblicher Bedeutung.

Grundvoraussetzung des Familiennachzugs nach dem AufenthG ist es, dass die aufenthaltsrechtliche Situation der hier bereits aufhältigen Person geklärt ist und ein Aufenthaltsrecht besteht. Nur in diesem Fall ist es möglich, einem Familienmitglied ein Aufenthaltsrecht zu vermitteln („Akzessorietät des Aufenthaltsrechts“).

Damit die nachzugswillige Person eine Aufenthaltserlaubnis erhalten kann, ist es notwendig, dass sie sich an eine deutsche Auslandsvertretung im Land ihres gewöhnlichen Aufenthaltes wendet und dort ein Visum zum Zweck des Familiennachzugs beantragt. Vertiefend zum Verfahren: vgl. Verfahren. Mit diesem Visum gelangt die Person ins Bundesgebiet und muss das Visum nach ihrer Einreise von der zuständigen Ausländerbehörde am künftigen Wohnort in einen Aufenthaltstitel umschreiben lassen.

In den nachfolgenden Ausführungen soll dargelegt werden, welchen Familienmitgliedern unter welchen Voraussetzungen ein solches Visum nach Maßgabe des AufenthG erteilt werden kann und wie sich das Verfahren im Einzelnen gestaltet. Ebenso soll ein Überblick über notwendige Unterlagen, die zu erwartenden Kosten, bestehende Rechtschutzmöglichkeiten bei Ablehnung des Visumantrags und etwaige Unterstützungsmöglichkeiten für die Finanzierung des Familiennachzugs gegeben werden.

Begriffsbestimmungen

Allgemeine Erteilungsvoraussetzungen

Besondere Erteilungsvoraussetzungen

Verfahren

Interventionsmöglichkeiten & Rechtsmittel

Unterstützungsmöglichkeiten

Besonderheiten einzelner Herkunftsländer